Bremen setzt sich seit vielen Jahren aktiv für den Klimaschutz ein. Das Land hat früh ambitionierte Ziele definiert und Maßnahmen entwickelt, um die CO2-Emissionen konsequent zu senken.
Mit dem Klimaschutz- und Energieprogramm 2020 (KEP 2020) (pdf, 2.8 MB) legte Bremen bereits 2009 eine erste umfassende Strategie für den Klimaschutz fest. Ziel war es, die CO2-Emissionen bis 2020 um mindestens 40 % im Vergleich zu 1990 zu reduzieren (ohne Stahlindustrie).
Eine Analyse der Prognos AG zeigte 2016, dass die ursprünglichen Reduktionsziele nicht erreicht wurden. Statt der geplanten 40 % wurden lediglich 16 % CO2-Einsparung verzeichnet (ohne Stahlindustrie). Dies machte eine Anpassung der Klimaschutzstrategie notwendig.
Als Reaktion auf die neuen Erkenntnisse beschloss der Senat 2018 eine Fortschreibung des Klimaschutz- und Energieprogramms (pdf, 5.3 MB). Der Fokus lag darauf, bestehende Maßnahmen zu optimieren und neue Handlungsfelder zu identifizieren.
Angesichts der verfehlten Klimaziele setzte die Bremische Bürgerschaft 2020 eine parteiübergreifende Enquetekommission ein. Sie war zusammengesetzt aus neun Mitgliedern der Bürgerschaftsfraktionen, neun Sachverständigen und 15 ständigen Gästen aus Verbänden, Kammern und Verwaltung aus Bremen und Bremerhaven. Die Kommission arbeitete bis 2021 an einer neuen Strategie und legte im Dezember 2021 ihren Abschlussbericht vor. Dieser diente als Grundlage für die weitere Klimapolitik.
Auf Basis der Empfehlungen der Enquetekommission beschloss der Senat 2022 ambitionierte neue Klimaschutzziele (pdf, 175.9 KB):
Der Weg dorthin ist durch quantifizierte Zwischenziele aufgezeichnet:
Im November 2022 beschloss der Senat zudem die neue Klimaschutzstrategie 2038 (pdf, 1.8 MB) der Freien Hansestadt Bremen.
Im März 2023 wurde das neue Landesprogramm zur Klimaschutzstrategie 2038 (pdf, 3.7 MB) im Senat beschlossen und ein konkreter Plan zur Erreichung der neuen Ziele entwickelt.
Parallel dazu wurde das Bremische Klimaschutz- und Energiegesetz (BremKEG) überarbeitet, um die neuen Klimaziele verbindlich festzulegen.
Jede politische Entscheidung hat Auswirkungen auf das Klima. Damit Bremen klimafreundlicher wird, müssen diese Auswirkungen frühzeitig erkannt und berücksichtigt werden. Genau das macht der Klimacheck:
Seit Mai 2024 ist der Klimacheck verpflichtend für alle Senatsvorlagen – ein wichtiger Meilenstein für eine nachhaltige Landespolitik!
Die sechs Sachverständigen des Sachverständigenrates für Fragen des Klimaschutzes und der Energiepolitik (Sachverständigenrat Klima) haben vom Senat und der Bürgerschaft eine wichtige Funktion übertragen bekommen: In den kommenden fünf Jahren sollen sie mit ihrer fachlichen Expertise Bremens Klimaschutzpolitik begleiten und so einen zentralen Beitrag zur Erreichung der Klimaneutralität im Jahr 2038 leisten.
Nach einem Jahr intensiver Überarbeitung wurde der neue Aktionsplan Klimaschutz am 1. Juli 2025 vom Senat verabschiedet.
Anlass für die Fortschreibung waren unter anderem veränderte finanzielle Rahmenbedingungen nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom November 2023. Der Senat hatte daraufhin im April 2024 ein neues Finanzierungskonzept beschlossen und den Aktionsplan gemeinsam mit allen Ressorts sowie dem Magistrat Bremerhaven neu strukturiert.
Ein zentrales Ergebnis: Die Maßnahmen wurden besser gebündelt, klarer abgegrenzt und insgesamt auf 247 Vorhaben konsolidiert. Dadurch wird die Umsetzung effizienter und gezielter steuerbar.
Der Maßnahme des Aktionsplans Klimaschutz finden Sie auf der Monitoring-Webseite.
Der Sachverständigenrat für Fragen des Klimaschutzes und der Energiepolitik der Freien Hansestadt Bremen hat seine Stellungnahme zum Monitoring-Bericht 2025 im November 2025 vorgelegt. Das unabhängige Expertengremium betont, dass Bremen deutlich ambitionierter werden muss, um die eigenen Klimaziele zu erreichen. In der Stellungnahme werden sowohl positive Ansätze als auch Verbesserungsbedarf hervorgehoben – insbesondere bei der Priorisierung und strategischen Einordnung der Klimaschutzmaßnahmen. Zudem empfiehlt der Rat, die sozialen Auswirkungen der Maßnahmen stärker zu berücksichtigen.
Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier (pdf, 1.9 MB).
Mit der Wirkungsanalyse liegt erstmals eine umfassende Bewertungsgrundlage zur CO₂-Wirkung der im Aktionsplan Klimaschutz enthaltenen Maßnahmen vor. Das Gutachten bewertet die CO₂-Einsparpotenziale der einzelnen Handlungsfelder und empfiehlt Möglichkeiten zur Priorisierung und Weiterentwicklung der Maßnahmen. Es zeigt, dass der Aktionsplan Klimaschutz eine zentrale strategische Grundlage für die Klimaschutzarbeit in Bremen bildet, die Klimaziele jedoch nur durch die konsequente Ausschöpfung aller Handlungsmöglichkeiten erreicht werden können. Besonders wirkungsstarke Maßnahmen und innovative Ansätze werden hervorgehoben. Die Analyse liefert wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung des Aktionsplans und die zielgerichtete Nachsteuerung der Klimaschutzpolitik.
Die Endbericht zur Wirkungsanalyse finden Sie hier (pdf, 1.5 MB).