Status der Meldung
Die Meldung wurde bearbeitet (grün)
Zeitpunkt der Störung
01.07.2026
einige Tage
Registriernummer der Meldung
2406408
Beschreibung der Meldung
Hallo, seit einigen Tagen fliegen Maschinen der privaten, lettischen Flugstaffel "Baltic Bees" in Schleifen und in einer Höhe von rd. 1.000 bis 1.500 ft (300 bis 450 Meter) über südlich des Bremer Flughafens gelegene Wohngebiete. Wenn das einmal passiert, kann man das als Anwohner verschmerzen. Wenn das aber in Dauerschleifen geschieht, nervt das nur. Besonders bemerkenswert ist, dass es sich um ein privates Unternehmen handelt, das auf Flugshows das Können ihrer Piloten zeigt und im Übrigen gegen nicht unerhebliche Gebühren Mitflüge organisiert. Nach Auskunft eines Mitarbeiters der Flugsicherung (Tel. von heute) üben die Piloten nach Sichtflugbedingungen (auch der Weser-Kurier berichtete). Ich frage mich ernsthaft, warum diese Übungen gerade über Bremen und den benachbarten Gemeinden erfolgen müssen? Sind die Bewohner des Heimatstandortes Jurmala / Lettland schon so genervt, dass die Piloten in ihrem Heimatland diese Übungen nicht vornehmen dürfen. Bitte klären Sie mich mal auf. Danke im Voraus.
Meldung wurde eingetragen am
02.07.2026
Antwort
Die ungewöhnlich hohe Anzahl an Platzrunden der L39 Albatros vom 15. bis 19. Juni fand im Rahmen einer privaten Flugausbildung zweier Piloten für das spezifische Muster statt und wird durch das Luftfahrtbundesamt als Trainings vorgegeben. Die Einweisungsflüge wurden am Samstag, den 20.06.2026 mit einem Abschlusstraining am Vormittag beendet.
Je Pilot schreibt das Trainingsprogramm die Durchführung von mindestens 66 Landungen und Starts vor. Die Flughafen Bremen GmbH ist im Rahmen der Zulassung gesetzlich dazu verpflichtet, die Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Die DFS hat im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages gemäß § 27c Luftverkehrsgesetz den sicheren, geordneten und flüssigen Luftverkehr abgewickelt. Das Trainingsprogramm fand im Rahmen der Betriebsgenehmigung für den Verkehrsflughafen Bremen statt.
Die Trainingsflüge erfolgten nach Sichtflugregeln (VFR = Visual Flight Rules). Aufgrund des Mischverkehrs aus Instrumentenflugverkehr (IFR = Instrument Flight Rules) und Sichtflugverkehr (VFR) werden VFR-Platzrunden bedarfsgerecht festgelegt und sind daher nicht in den veröffentlichten Sichtanflugkarten dargestellt.
An internationalen Flughäfen sind Platzrunden aufgrund sehr unterschiedlicher Leistungsdaten verschiedener Luftfahrzeugtypen nicht festgelegt und somit nicht eindeutig definiert. Das ist aus Sicherheitsgründen auch nicht möglich, da unterschiedliche Luftfahrzeugmuster, in den verschiedenen Phasen des Anflugs, unterschiedliche Anforderungen an Flugzeugkonfiguration und damit auch an Geschwindigkeiten bzw. Mindestgeschwindigkeiten bedeuten.
Insofern ist auch für den Verkehrsflughafen Bremen keine festgelegte Platzrunde veröffentlicht.
Beim Betrieb von Luftfahrzeugen nach Sichtflugregeln gilt eine Sicherheitsmindesthöhe von 1000 ft. Bei An- und Abflügen nach Sichtflugverfahren befinden sich die Flugzeuge in niedrigeren Flughöhen.
Die durchführenden Personen waren nach Mitteilung eines Piloten zuvor bemüht, einen Standort für die Trainingsflüge zu finden, der nicht wie der Bremer Flughafen von dichter Wohnbebauung umgeben ist. Ein Gespräch mit dem Piloten diente der Sensibilisierung u.a. auch dazu, aus Lärmschutzgründen zukünftig Flugplätze mit weniger umliegenden Siedlungen für die hohe Anzahl von An- und Abflügen zu nutzen.