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TrinkwasserEinsparPotentiale in der Metropolregion Nordwest – TEP

Das Projekt

Wasser ist die Grundlage des Lebens, aber die Ressource Wasser ist endlich. Zunehmende Nutzungskonkurrenzen und klimawandelbedingte Veränderungen zeigen bereits jetzt lokale Auswirkungen auf das Wasserdargebot in Norddeutschland. Insbesondere saisonale Trockenheit lässt die Spannung zwischen verfügbarem Wasserdargebot und dem Wasserbedarf steigen. Der nachhaltige Umgang mit Trinkwasser ist somit eine der großen Herausforderungen der Zukunft. Das TEP-Projekt liefert hierzu die Planungsgrundlage, um die Trinkwassereinsparmaßnahmenförderung und -umsetzung möglichst effektiv und passgenau auf die Region abzustimmen.

Die übertragbare Planungsgrundlage bezieht die individuellen Raumstrukturen von Gemeinden oder Trinkwasserversorgungsgebieten in die Ermittlung der technischen Einsparpotentialranges ein. Daraus wird ersichtlich in welchen Verbrauchssektoren (öffentliche Verbraucher; nicht-öffentliche Kleinverbraucher wie Haushalte oder Kleingewerbe; Großverbraucher wie Gewerbe oder Industrie) die großen TrinkwasserEinsparPotentiale liegen und mit welchen Maßnahmen diese gehoben werden können.

Die drei entstandenen Produkte (TrinkwasserEinsparPotential-Schablone, Leitfaden zur Ermittlung von TrinkwasserEinsparPotentialen in Gewerbe und Industrie, TEP-Maßnahmenkatalog) sind für Kommunen und Wasserversorgungsunternehmen adaptierbar.

Im TEP-Projekt wurden die Ergebnisse aus der Potentialanalyse für die beiden Partnergemeinden Bremen und Ganderkesee auf die individuellen Raumstrukturen angewendet und zeigen die örtliche Verteilung der erzielbaren TrinkwasserEinsparPotentiale (mit Bezug zu den Daten aus dem SiTReg-Projekt).

TrinkwasserEinsparPotential-Schablone

Die TrinkwasserEinsprPotentiale-Schablone (TEP-Schablone) bildet die Potentialanalyse ab und bezieht sich auf die Verbrauchssektoren der nicht-öffentlichen Kleinverbraucher und der öffentlichen Verbraucher. In dem entstandenen Tool wird auf Basis von technischen Einsparmaßnahmen eine Einsparpotentialrange ermittelt, die sich auf die individuellen Trinkwasserbedarfe der Verbraucherstruktur der betrachteten Gebiete bezieht. Die Schablone kann von Kommunen und/oder Wasserversorgungsunternehmen auf die örtlichen Voraussetzungen (z.B. Stand der aktuellen Ausstattung von wasserführenden Armaturen, Trinkwasserverbrauchsverteilung in den Verbrauchsstrukturen) angepasst und dadurch vertiefend individualisiert werden.

Die TEP-Schablone kann sowohl auf der Ebene von Wasserversorgungsgebieten Anwendung finden und liefert die Übersicht in welchen Verbrauchssektoren die großen Trinkwassereinsparpotentiale liegen und mit welchen technischen Maßnahmen (in drei Kategorien unterteilt: geringer, mittlerer und hoher Aufwand) diese gehoben werden können. Daraus werden die Akteure und Maßnahmen offensichtlich, die besonders lohnend zu betrachten sind, wenn Trinkwassereinsparpotentiale gehoben werden sollen.

Zudem ist die Nutzung der TEP-Schablone für die Betrachtung von Einzelfällen geeignet, hierbei können die Stellschrauben im Tool (Stand der Ausstattung, Trinkwasserverbrauchsverteilung innerhalb des Einzelfalls oder Anwendung welcher Maßnahmen sind angedacht) sehr konkret angepasst werden. Das Tool liefert in diesem Fall konkrete technische Einsparpotentiale für die Umsetzung von Maßnahmen.

Leitfaden zur Ermittlung von TrinkwasserEinsparPotentialen in Gewerbe und Industrie

Die Einführung des Leitfadens zur Trinkwassereinsparung in Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft soll Unternehmen dabei unterstützen, ihren Wasserverbrauch systematisch zu erfassen, zu analysieren und gezielt zu reduzieren. Angesichts zunehmender Wasserknappheit, steigender regulatorischer Anforderungen und wachsender Nutzungskonkurrenzen leistet jede Einsparung einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz und zur Senkung von Kosten und Energieaufwand, durch die Verknüpfung von Trinkwassereinsparungen mit Energie-, Wärme- und Prozessoptimierungen, sowie einer daraus resultierenden Abwasserreduktion.

Es ist zu berücksichtigen, dass Maßnahmen zur Trinkwassereinsparung stets im Spannungsfeld unterschiedlicher Zielsetzungen stehen: Aus Sicht des Klima- und Ressourcenschutzes müssen Effizienzmaßnahmen ganzheitlich bewertet und gegeneinander abgewogen werden, um Zielkonflikte – etwa zwischen Wasser-, Energie- und Hygieneanforderungen – zu vermeiden und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Der Leitfaden bietet eine praxisnah strukturierte Handlungshilfe für Unternehmen aller Größen, berücksichtigt unterschiedliche betriebliche Voraussetzungen und zeigt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen möglicherweise ungenutzte Einsparpotenziale auf. Darüber hinaus unterstützt er das Heben ganzheitlicher Effizienzgewinne, etwa durch Synergien mit der Energie- und Wärmenutzung. Der Leitfaden für Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft versteht sich als Angebot und Arbeitshilfe auf dem Weg zu weiterer betrieblicher Resilienz und unterstützt eine nachhaltige, ökonomisch wie ökologisch zukunftsfähige Unternehmensausrichtung, ohne dabei als starre oder verbindliche Vorgabe verstanden zu werden.

TEP-Maßnahmenkatalog

Um die ermittelten Trinkwassereinsparpotentiale heben zu können, bedarf es effektive Maßnahmen für die Realisierung. Der Maßnahmenkatalog bezieht sich dabei nicht nur auf die technischen Maßnahmen zur Trinkwasserverbrauchsreduktion, sondern umfassen auch Änderungen im Nutzerverhalten sowie planerische Tools, mit denen das Heben der Potentiale sensibilisierend, fiskalisch, regulierend oder verbindlich unterstützt werden kann.

Das Team

Die SUKW leitet das von der Metropolregion Nordwest geförderte Kooperationsprojekt, in dem verschiedenen Steakholder aus Bremen und Niedersachsen in einem Projektteam zusammenarbeiten. Dazu zählen:

  • die swb Vertrieb Bremen GmbH
  • die Gemeinde Ganderkesee
  • der OOWV (Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband)
  • der BUND Landesverband Bremen e.V.
  • die Hochschule Bremen
  • die Geschäftsstelle „Umwelt Unternehmen“ bei der RKW Bremen GmbH
  • die aqua consult Ingenieur GmbH

Förderprojekt der Metropolregion Nordwest

Die Metropolregion Nordwest fördert das TEP-Projekt im Rahmen des Förderfonds „Ressourceneffizienz, Ressourcenschutz“ zu rund 67 %. Vielen Dank für die Unterstützung!

Weser bg_img_weser · Jens Wunsch