Am BlauHaus ist ein besonderer Garten für Mensch und Natur entstanden. Mitten in der Bremer Überseestadt ist das BlauHaus ein bisher in Deutschland einmaliges Modellvorhaben zum gemeinschaftlichen, inklusiven und generationenübergreifenden Leben, Wohnen und Arbeiten. Das Projekt wurde von der Blauen Karawane e. V. ins Leben gerufen, die mit der Blauen Manege den inklusiven Veranstaltungsort des Wohnprojekts betreibt. Bauherrin und Eigentümerin ist die Bremer Wohnungsbaugesellschaft GEWOBA. Auf Initiative der Blauen Karawane und im Auftrag der GEWOBA wurde das Außengelände 2025 in einen Pikopark umgestaltet: eine kleine, ökologisch wertvoll gestaltete Parkanlage für alle Bewohner:innen und die Nachbarschaft. Im April 2025 startete der gut angenommene Beteiligungsprozess, auf dessen Ergebnissen der Umsetzungsentwurf beruht. Die Bauphase wurde durch fünf Mitmachtermine interaktiv gestaltet. Nur sechs Monate nach Projektbeginn fand im September 2025 die Eröffnungsfeier statt. Die Gehölzpflanzungen wurden im November 2025 durchgeführt. Seitdem wächst ein grüner Ort, der Tieren und Pflanzen ein Zuhause gibt und gleichzeitig ein Treffpunkt für die Nachbarschaft ist.
Weitere Informationen zum BlauHausGarten
Der Außenbereich von BlauHaus und der Blauen Manege war ursprünglich als große Rasenfläche mit wenigen Baumpflanzungen wenig einladend gestaltet. Die Anlage eines Pikoparks hatte das Ziel, die Aufenthaltsqualität für Anwohnende und die Nachbarschaft zu steigern. Hierzu sollte insbesondere die Herstellung von Wind- und Hitzeschutz/Beschattung beitragen. Das Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe der direkten Anwohner:innen bestand zeitgleich mit dem Wunsch nach einem Treffpunkt für Austausch und lebendige Nachbarschaft. Die Grünfläche sollte zudem im Sinne der Förderrichtlinie artenreich gestaltet werden und als Lebensraum für Insekten und Tiere dienen. Eine an den Klimawandel angepasste Planung soll den Anwohner:innen die langfristige Pflege erleichtern.
Die Planungsphase begann mit einem zweistufigen Beteiligungsprozess, den die Agentur ecolo organisiert und zusammen mit dem Planungsbüro baumrausch durchgeführt hat. Zunächst wurden in einer Ideenwerkstatt und einem Modellbauworkshop die Vorstellungen der Anwohner:innen und der Nachbarschaft zusammengetragen. Außerdem wurde durch einen Infostand auf einem Stadtteilfest auf die Umgestaltung aufmerksam gemacht und Beteiligung ermöglicht. Die benachbarte Kita sowie die Bewohner:innen der Demenz-WG wurden im Rahmen einer aufsuchenden Beteiligung einbezogen. Auf Grundlage der Ergebnisse aus den verschiedenen Terminen entwickelte das Planungsbüro baumrausch einen Entwurf, der mit allen Interessierten diskutiert wurde. Besonderes relevant für die Planung war die barrierefreie Zuwegung zu allen zentralen Gartenelementen.
Baumrausch realisierte ebenfalls die Bauphase. Gemäß dem Ansatz der Permakultur wurden vorhandene Materialien wiederverwendet und dafür teils umgenutzt. An insgesamt fünf Mitmachterminen unterstützten unterschiedliche Akteur:innen die Bauarbeiten. Zu den Tätigkeiten der Mitmachbaustellen zählten das Aufnehmen der Rasensoden, der Bau von Trockenmauern, das Vergrößern von Fugen auf dem Vorplatz für mehr Versickerung, die Pflanzung von Stauden, sowie die Baum- und Gehölzpflanzung.
Im Anschluss an die Bauphase werden die Anwohner:innen durch mindestens sechs weitere Workshops dabei unterstützt, den umgestalteten Außenbereich kennenzulernen, mitzugestalten und sich mit der Pflege des neuen Gartens vertraut zu machen. Dazu zählen bspw. der gemeinsame Bau von Nistkästen, Gartenführungen zu den gepflanzten Stauden und Gehölzen oder angeleitete Pflegeeinsätze.
Der BlauHausGarten wird nach Osten offen U-förmig von Gebäuden eingefasst. Analog dazu ist die neu angelegte Gartengestaltung Richtung Osten offengehalten und bietet Fläche für Veranstaltungen, flexibles Mobiliar oder zum Spielen. Richtung Westen, weiter im Inneren des Gebäude-Us, wird die Gartengestaltung kleinteiliger und bietet vermehrt die Möglichkeit für Rückzug und Ruhe.
Auf dem Gelände wurden Muldenbeete und andere Strukturen wie Rasensofas angelegt. Der Wind- und Sonnenschutz wurde durch Baumpflanzungen und die Errichtung von zwei berankten Pergolas vorbereitet. Der Zaun und die dichte Hecke zum Demenzgarten wurden an einer Stelle geöffnet und ein Hochbeet installiert, das wie ein Fenster den Kontakt zwischen den Bewohner:innen der Demenz-WG und anderen Gartenbesucher:innen über das Hochbeet hinweg ermöglicht, ohne die vorgeschriebene Einfriedung des Demenz-Gartens zu unterbrechen.
Für die Insektenvielfalt wurden 22 verschiedene Staudenarten und 26 verschiedene Gehölzarten gepflanzt. Es wurden insgesamt 32 Bäume gepflanzt. Durch das Einbringen von Totholz sowie den Bau von Trockenmauern und Steinhaufen wurden vielseitige Lebensräume angelegt.
Ein besonderes Highlight ist die Entwässerung des Vorplatzes der Blauen Manege, der vor Maßnahmenbeginn komplett versiegelt war. Der Platz fällt leicht in Richtung Gebäude ab, wo das Regenwasser in einer Rinne abgeleitet wird. Im Zuge der Umgestaltung wurde eine weitere Regenrinne eingebaut, die etwa zwei Drittel der Fläche entwässert und das Regenwasser in Muldenbeete ableitet. Zudem wurde ein Teil des Pflasters entfernt und vergrößerten Fugen neu verlegt. In die Fugen wurde eine Kräutermischung eingesät. Sie dienen der Versickerung und Kühlung ohne die Barrierefreiheit zu beeinträchtigen. Zudem wurde ein Teil des Pfalsters entfernt und mit vergrößerten Fugen neu verlegt. Zudem wird ein Teil des Dachwassers in Zisternen aufgefangen und kann für die Bewässerung des Gartens genutzt werden.