Im Rhododendronpark Bremen sind neben der größten Rhododendronsammlung der Welt außerdem über 4.000 Bäume zu finden. Im Jahr 2023 wurden 192 Altbuchen in der großen Grünanlage in Bremen-Horn erfasst, die teilweise deutlich älter als 100 Jahre alt sind.
Immer deutlicher ist auch im Rhododendronpark zu spüren: Wetterlagen verlängern sich und damit auch sehr trockene Zeiten (mit mehr Hitzetagen) und sehr nasse Zeiten. Viele alte Bäume sind nicht mehr so gut in der Lage, sich auf diese Veränderungen einzustellen. Altbuchen leiden besonders unter Trockenstress. Astabbrüche, mangelhafter Blattaustrieb, Ausbreitung baumbeeinträchtigender Pilze, Verringerung der Standfestigkeit und auch Baumverluste insbesondere bei den Rotbuchen waren zu beklagen. Um die alten Baumriesen möglichst lange zu erhalten und in einen besseren Zustand zu versetzen, wurde der Projektantrag formuliert und Anfang 2024 bewilligt. Mit Hilfe der Maßnahmen Bewässerung, Feuchtemesstechnik, Bodenimpfung mit Pilzen und Kronensicherungen sollen diese Rotbuchen erhalten und gesichert werden.
Es wurden insgesamt 119 Rotbuchen mit einem Alter von über 100 Jahren an 17 Standorten in das Projekt aufgenommen. Für jede dieser alten Buchen wurden die Maßnahmen „Bewässerung, Kronensicherung, Impfung mit Pilzen“ geprüft und bewertet. Für die Bewertung möglicher Maßnahmen wurde ein dafür erstelltes Gutachten zugrunde gelegt.
Ein beauftragtes Büro ermittelte anhand eines Bodengutachtens mit Hilfe von 11 Bohrproben die Zusammensetzung, Güte und Durchlässigkeit des Bodens. Informationen zur Grundwasserverfügbarkeit und -entwicklung sind elementar für die Planung der optimalen Nutzung des Gießwassers. Danach erfolgte die grundlegende Planung und Umsetzung der Bewässerung, die sich aus Tröpfchenleitungen, Feuchtigkeitssensorik und einer Wetterstation zusammensetzt und in Zukunft digital gesteuert wird.
Bei 16 Altbuchen mussten Zugversuche durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass der Erhalt des jeweiligen Altbaums sinnvoll und die Standsicherheit gegeben ist. Um weitere große Astausbrüche zu vermeiden, wurden Kronensicherungen eingebaut. Abgerundet wurde das Projekt durch eine flächige Impfung mit Mykorrhiza-Stämmen sowie (bei ausgesuchten Riesenporlingsbäumen) einer Düngung mit Trichoderma-Pflanzenstärkungsmitteln.
Um die Entwicklung des betroffenen Altbaumbestandes dokumentieren zu können, wurden alle Grunddaten der Parkbäume per LiDAR neu aufgemessen und in ein neues digitales Baumkataster integriert.